Qualitätsmerkmal barrierefreies Webdesign

Barrierefreies Webdesign ist die Kunst, Webseiten so zu programmieren, dass jeder sie lesen und einfach in ihnen navigieren kann. Sehbehinderte, auch Blinde, ebenso wie motorisch behinderte Menschen.

Warum ? werden Sie sich vielleicht fragen …

In Deutschland gibt es eine halbe Million Sehbehinderte und ca. 155.000 Blinde, außerdem eine nicht unerhebliche Zahl von Menschen mit motorischen Einschränkungen unterschiedlichster Schwere.

Ohne ein einheitlich barrierefreies Webdesign finden diese Menschen keinen oder nur einen sehr eingeschränkten Zugang zum Internet und den Möglichkeiten und Informationen, die dieses bietet.

Ist Barrierefreiheit nur etwas für behinderte Menschen? Ein klares Nein! „Barrierefreie“ Websites sind für alle Nutzer von Vorteil, denn sie sind

  • leicht bedienbar
  • suchmaschinenfreundlich
  • schnell im Seitenaufbau (geringe Dateigrößen)
  • pflegeleicht und verursachen somit geringe Folgekosten

Inzwischen gibt es die sog. „Barrierefreie Informationstechnik Verordnung“ (BITV), die am 24. Juli 2002 in Kraft trat, eine Rechtsverordnung zu § 11 des Behindertengleichstellungsgesetzes (BGG). Spätestens seit dem 01.01.2006 müssen alle Internetseiten des Bundes und des Landes und anderer Institutionen des öffentlichen Rechts technisch so gestaltet sein, dass jeder sie barrierefrei nutzen kann. Die Sites müssen den Anforderungen der BITV entsprechen.

Was ist bei der Erstellung von barrierefreien Websites zu beachten:

  • standardisierte Programmiersprache
  • einfache Struktur der Websites
  • kurze und einfache Navigation
  • Texte zur Beschreibung von Grafiken
  • Änderbarkeit der Schriftgröße
  • geeignete Auswahl von Farbkombinationen


1. Programmierung

Erstellt man die Seiten nach dem Standard XHTML 1.0 Strict und mit Cascading Style Sheets nach CSS2, erfüllt man alle Richtlinien in Bezug auf Barrierefreiheit im Internet. Es wird hier eine klare Trennung von Form und Inhalt erreicht, was einerseits bedienerfreundlichere Seiten ergibt und andererseits das Programmieren bzw. spätere Aktualisierungen weniger zeitaufwändig macht.


2. Struktur

Ein gut strukturierter Seitenaufbau und eine logische Gliederung der Dokumente sind sehr wichtig.

Sehbehinderte Menschen können Internetseiten mit einer besonderen Software – den so genannten Screen Readern – lesen. Der Screen Reader erfasst Schritt für Schritt in der Reihenfolge der Struktur den Inhalt des Browser-Fensters und gibt das Gefundene als einfachen Text wieder. Grafische Elemente spielen keine Rolle, ebenso wie die optische Anordnung der Elemente.

Zur Orientierung dient einzig der strukturelle Aufbau des XHTML-Codes. Nur wenn die Seite logisch aufgebaut ist und inhaltlich konsequent strukturiert ist, kann der Screen Reader die Elemente in der richtigen Reihenfolge wiedergeben.

3. Navigation

Das Navigieren muss auch ohne Maus möglich sein, da sie von Sehbehinderten oder motorisch eingeschränkten Personen nicht zielgerichtet bedient werden kann. Sie sind allein auf die Tastatur angewiesen. Hierzu ist eine Belegung bestimmter Tasten mit Kürzeln notwendig, die den schnelleren Zugriff auf vordefinierte Seiten ermöglicht. Die konkreten Alt-Kürzel variieren jedoch mit den unterschiedlichen Betriebssystemen. Hier gibt es Ansätze, es mangelt aber noch an einheitlichen Standards.


4. Beschreibung von Grafik

Wenn ein Bild für das Verständnis der Seite bzw. des Textes relevant ist, so erhält es ein alt-Attribut mit der entsprechenden Beschreibung. Gemäß des XHTML-Standards erhalten Bilder, die nur dem Layout dienen, ein leeres alt-Attribut. So kann der Screen Reader die Relevanz feststellen und gibt dies entsprechend wieder.


5. Schriftgröße

Die Website sollte die Möglichkeit bieten, die Schriftgröße in einfacher Weise auf das benötigte Maß anzupassen. Es ist darauf zu achten, dass das Gesamtlayout noch erhalten bleibt. Dazu dienen so genannte Style Switcher. In der Navigationsliste kann man einen Link zum Style Switcher einfügen, wo der Benutzer dann sein gewünschtes Aussehen der Seite in Bezug auf Schriftgröße und auch auf Farbwahl einstellen kann.


6. Farbkombination

Die richtige Farbauswahl bzw. der richtige Farbkontrast erleichtert das Lesen der Seiten für Sehbehinderte. Hinsichtlich der Farben haben die meisten Probleme bei der Unterscheidung von Rot und Grün. Andere haben Probleme mit dem Kontrast. Hier kann man z. B. dem Nutzer zwei Anzeigevarianten anbieten. Einmal Weiß auf Schwarz und einmal Schwarz auf Weiß.

Alles in Allem gibt es genügend Möglichkeiten, jedem Internetnutzer den barrierefreien Zugang zu ermöglichen.

„Barrierefreiheit“ ist ein Qualitätsmerkmal. AV-Studio erfüllt diese Kriterien weitgehend auch ohne spezielle Beauftragung. Fast alle Grundanforderungen der „Barrierefreiheit“ lassen sich ohne Mehraufwand allein durch die Wahl der passenden Methoden und Programmiertechniken erfüllen.

Weiterführende Maßnamen bringen einen Mehraufwand mit sich. In solchen Fällen beraten wir Sie. Sie bestimmen dann den Grad der Umsetzung nach Ihren Bedürfnissen.

Wir beraten Sie gern. Sprechen Sie uns an!

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